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Ökohonig aus dem Schulgarten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Klasse 8B2   
Sonntag, 12. Juli 2009

Im Rahmen des themenorientierten Projektes „Wirtschaften, Verwalten und Recht“ befasste sich die Klasse 8B2 mit dem Thema „Ökohonig aus dem Schulgarten“.

Bienenwabe

Zunächst beschäftigte sich die Klasse in Arbeitsgruppen mit den verschiedensten Themen rund um die Biene und präsentierte ihre Ergebnisse. Dabei ging es schwerpunktmäßig um die Darstellung ökologischer Zusammenhänge sowie um die wirtschaftliche Seite der Imkerei, also um die Vermarktung des Honigs. Im Verlauf des Projekts wurde klar, dass die Bienen, nach Rind und Schwein, immerhin die drittwichtigste Haustierart sind. 80 % unserer Wild- und Nutzpflanzen sind nämlich auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Aus diesem Grund leistet die Imkerei einen unverzichtbaren Beitrag für die Natur. Der dabei gewonnene Honig ist so betrachtet eigentlich nur ein gesundes und köstliches Nebenprodukt.

Als Projektabschluss veranstaltete die 8B2 interessante Führungen für Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen, die dann einen Blick in das Innere unseres Bienenvolkes im Schulgarten werfen konnten.

 

Königin, Drohnen, Arbeiterinnen ...

Königin, Arbeiterin, DrohnEin Bienenvolk besteht aus drei verschiedenen Bienenwesen – die Königin, die Arbeiterinnen und die Drohnen (Bild links).

Die Königin, die es in jedem Volk nur einmal gibt, braucht 16 Tage um sich zu entwickeln und ihre einzige Aufgabe besteht darin Eier zu legen. In der Zeit von Mai bis Juni sind dies bis zu 1500 Eier pro Tag. Eine Königin kann bis zu 4 Jahren alt werden.

Drohnen entwickeln sich innerhalb von 24 Tagen. Sie entstehen aus unbefruchteten Eiern. Da die Drohnen die Männchen im Volk sind, haben sie nur die Aufgabe die Königin zu begatten. Nachdem wenige von ihnen ihre Aufgabe erfüllt haben, kommt es im Spätsommer zur sogenannten „Drohnenschlacht“, in der die Arbeiterinnen die Drohnen aus dem Bienenstock hinausdrängen. Die Lebenserwartung der Drohnen beträgt 4 bis 5 Wochen. In weisellosen Völkern, das heißt in Völkern in denen die Königin fehlt, leben sie länger.

Arbeiterinnen entwickeln sich aus befruchteten Eiern und ihre Entwicklung dauert 21 Tage. Zu ihren Aufgaben zählt die Brutpflege, das Reinigen der Zellen und die Produktion und Verarbeitung von Wachs. Auch die Fütterung der Maden und der Bau von Waben zählt zu ihrem Aufgabenbereich. Den größten Teil ihres Lebens verbringen die Arbeiterinnen im Innendienst, erst am Ende ihres Lebens arbeiten sie im Außendienst als Sammlerinnen von Nektar und Blütenstaub. Ihre Lebensdauer liegt bei denen, die im Frühjahr geboren werden, bei 5 bis 8 Wochen. Die sogenannten Winterbienen, die im Spätsommer geboren werden. leben 6 bis 8 Monate.

Bienen sind für die Menschheit sehr wichtig, da sie 80% unserer Kultur- und Wildpflanzen bestäuben.

 

Mit Smoker und Stockmeißel ...

Smoker 
Magazinbeute 
Stockmeißel 
 

Bestimmt haben Sie sich schon einmal gefragt wie es im Inneren eines Bienenvolkes aussieht und welche Gerätschaften man braucht um ein Bienenvolk zu bearbeiten. Wir werden versuchen Ihnen das jetzt zu beschreiben.

Damit man gefahrlos einen Blick in das Innere eines Bienenvolkes werfen kann, braucht man einen Smoker (Bild oben). Dieser hat etwa die Form einer Kaffekanne, nur schlanker und höher. An ihm ist ein Blaseblag befestigt. Wenn man im Smoker ein Feuer entfacht, fängt er an zu qualmen. Dieser Qualm ist für die Bienen wie eine Art Droge, die sie besänftigt. Mit dem Blasebalg bläst man dann den Rauch stoßweise ins Bienenvolk.

Das Bienenvolk besteht aus übereinander gestellten Magazinen (Bild: Mitte).  in denen die Bienenwaben waagerecht und in kleinen Abständen nebeneinander hängen. Wenn man den Deckel der Magazinbeute öffnet, um Waben zu entnehmen, leistet der Stockmeißel (Bild unten). wichtige Hilfe. Mit diesem Werkzeug lassen sich die Waben heraushebeln und Wachsbrücken abschaben. Oft werden die Waben von den Bienen auch mit Propolis, einem klebrigen Kittharz, verklebt und man muss die Waben mit dem Stockmeißel auseinanderhebeln, bevor man sie aus der Magazinbeute herausheben kann. Im oberen Teil der Magazinbeute lagern die Honigvorräte und im unteren Teil die Brut. In diesem Brutbereich ist es um die 35°C warm. Dort tummeln sich die Arbeiterinnen und füttern die Maden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas über das Leben der Bienen und ihre Haltung vermitteln konnte.

Helen Landsberger

 

Videoclip

Für unser Bienenprojekt hat eine Projektgruppe (Helen Landsberger, Lia Cofie-Nunoo, Sofia Geppert, Rebecca Geiß) sogar einen kleinen Film gedreht. Diesen kurzen witzigen Clip, der mit einem kritischen Ausblick endet, sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Zum Abspielen des Videofilms werden Sie möglicherweise aufgefordert das Browser-Plug-In "Silverlight" zu installieren. "Silverlight" ist Microsofts Konkurrenzprodukt zu Adobes "Flash" und Sie können der Installationsaufforderung bedenkenlos zustimmen.

 

 

Interview mit Prof. Dr. Tautz, dem ronommiertesten Bienenforscher Deutschlands

FachbücherEin wichtiger Schritt bei der Durchführung jeden Projektes ist die Beschaffung von Information. Neben vielfältigen Informationen aus dem Internet und Fachzeitschriften dienten uns vor allem verschiedene Fachbücher aus der Heidelberger Stadtbücherei (Bild links) als Informationsquelle. Wegen der geplanten Renovierung der Bücherei, könnten wir diese Bücher ein halbes Jahr lang ohne Unterbrechung ausleihen, was für uns sehr hilfreich war.

Eine besondere Rolle für unser Projekt hat das Buch "Phänomen Honigbiene" gespielt, das von Prof. Dr. Jürgen Tautz, Deutschlands renommiertestem Bienenforscher, verfasst worden ist. Der lebendige, auch für Laien verständliche Schreibstil und die die beeindruckenden Fotografien von Helga R. Heilmann haben uns bei unserer Arbeit sehr inspiriert.

Freundlicherweise hat sich Herr Tautz in einem Interview unseren Fragen gestellt:

 

Prof. Dr. Tautz

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Tautz (Bild links),


im April diesen Jahres war in der Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) folgender Artikel zu lesen: "Haben die Bienen das Bestäuben vergessen? - ... die Bienen haben sich kaum blicken lassen!" Sind wir etwa auf dem Weg vor dem Albert Einstein warnt, indem er sagt: "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben."

Antwort: Summende Honigbienen gehören zum Frühling wie das Vogelgezwitscher. Es fällt auch Nichtbiologen auf, wenn das mal ausbleibt. Leider geschieht dies immer häufiger. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig und reichen von meteorologischen Ursachen, wie zu milden Wintern, über biologische Ursachen, wie verstärkter Parasitenbefall bis zu Mensch gemachten Gründen, wie Unglücke durch unsachgemäßen Insektizideinsatz.

Sie schreiben: "Ein flächendeckender gesunder Bestand an Honigbienen ist unverzichtbar für die Ökologie." Müssen wir uns Ihrer Meinung nach hier etwas einfallen lassen und welche Vorschläge hätten Sie zu machen?

Antwort: Es gibt zwei Ansätze, die auf langfristige Effekte zielen. Zum einen die Verstärkung der Grundlagenforschung, um zu sehen, an welcher Stelle die Bienen entlastet oder sogar aktiv unterstützt werden können, um besser mit den vielfältigen Stressfaktoren umgehen zu können. Zum anderen  Aufklärung auf breiter Front über die Bedeutung und die Faszination der Honigbienen. Junge Menschen sind dafür eine extrem wichtige Zielgruppe. Unsrer Interportal HOBOS (http://www.hobos-online.de) wird ab dem Jahr 2010 dazu versuchen insbesondeer an Schulen einen Beitrag zu leisten.

In Ihrem Epilog schreiben Sie, dass das Interesse an Bienen eine Renaissance erfährt, das sich nicht so sehr an der Honig- und Wachsproduktion orientiert. Wie wird also Imkerei in der Zukunft aussehen?

Antwort: Seit dem epochemachenden Werk von Christian Conrad Sprengel aus dem Jahre 1793 wissen wir, dass die wahre biologische Bedeutung der Honigbienen die Bestäubung vieler Blütenpflanzen ist. Dieser Zusammenhang sichert uns Menschen ein Drittel unserer Lebensmittel. Eine national oder international gut organisierte Imkerei wird also zum Ziel haben müssen, die Bestäubung in Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau sicherzustellen.

Vielen Dank für das Interview

 

Kurz und bündig - Projektgruppen berichten

 

Präsentation 
Präsentation der Ergebnisse
Honigproben 
Honigproben 
Varroamilben unter der Lupe 
Die Varroamilbe unter der Lupe 

Rapshonig ist der Renner

Bei unserer Präsentation ging es um die verschiedenen Honigsorten. Unter anderem ist auch der Begriff „Sortenhonig“ gefallen. Honig darf allerdings erst dann „Sortenhonig“ genannt werden wenn der Honiganteil der genannten Blütenart mindestens 50% beträgt. Mit einer so genannten Pollenanalyse lässt sich das überprüfen. Sortenhonige unserer Region sind Rapshonig, Obstblütenhonig, Akazienhonig (müsste eigentlich „Robinienhonig“ heißen), Lindenhonig und Edelkastanienhonig.

Am Ende unserer Präsentation haben wir einen Honigtest durchgeführt: Schüler und Schülerinnen unserer Klasse mussten in kleine Becher gefüllte Honigsorten geschmacklich bewerten. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Rapshonig ist am beliebtesten!

Eileen Sicher, Marcel Kloe und Christin Heilmann

 

Feinde der Bienen

Der größte Feind der Biene ist nicht wie man denken könnte ein größeres Insekt wie die Hornisse oder die Wespe, sondern eine kleine, 1,7 Millimeter große Milbe, die Varroamilbe. Im Verhältnis zur Größe der Bienen ist die Milbe allerdings gar nicht so klein ist; denn wenn man das Verhältnis zwischen Biene und Milbe vergleicht, dann hätte die Milbe im Verhältnis zum Menschen gesehen die Größe eines Blut saugenden Kaninchens. Leider ist die Honigbiene dieser Milbe, die ursprünglich aus Asien kommt, schutzlos ausgeliefert. Dort konnten sich die Bienenarten über viele Jahrhunderte auf diese Milbe einstellen und erkennen befallenen Brutzellen, die sie dann ausräumen. Diese Eigenschaft besitzt die europäische Honigbiene nicht. Deshalb wird diese Milbe bei uns wohl noch lange Zeit Bienen und Imker beschäftigen.

Kevin, Sascha

 

Bienen: gefährliche Killer oder Kuscheltiere?

Um es vorwegzunehmen: Von unserem Bienenvolk im Schulgarten wurde während der vielen Führungen, bei denen das Bienenvolk jedes Mal auch geöffnet wurde, niemand gestochen. Unsere Bienen haben sich also als äußerst sanftmütig erwiesen; allerdings würden wir nicht so weit gehen, sie als Kuscheltiere zu bezeichnen – einmal von den Drohnen (die männlichen Bienen) abgesehen, die keinen Stachel besitzen.

Allerdings es gibt sie, die Killerbienen: Angefangen hat alles in Brasilien, wo man Bienenarten aus Afrika eingekreuzt hat um den Honigertrag zu steigern. Heraus gekommen ist eine besonders aggressive Bienenart, die häufig in Schwärmen angreift. Dabei kommen immer wieder auch Menschen und Tiere zu Tode. Ein Trost: In unserem kühleren Klima haben Killerbienen keine Chance sich zu vermehren.

Lena Hillesheim, Diandra Schöpf

 

Wildbienen

WildbienenhotelDie meisten Menschen verbinden mit dem Begriff "Biene" unsere Honigbiene (apis melifera) und vergessen, dass es alleine in Deutschland ca. 550 weitere Bienenarten gibt, die unter dem Begriff Wildbienen zusammengefasst werden. Wildbienen gründen im Gegensatz zu unseren Honigbienen keine Staaten mit zehntausenden Insekten, sondern leben meist einzeln, weshalb sie als "Einsiedler-" bzw. "Solitärbienen" bezeichnet werden.

Wildbienen leiden in unserer "aufgeräumten" Natur unter akutem Wohnraummangel und sind für Nisthilfen - sogenannten Wildbienenhotels - sehr dankbar. Ein Lerngang hat uns zu einem Wildbienenhotel des Naturschutzbundes auf den Philosophenweg in Heidelberg geführt (Bild links). Philipp Fontinele hat daraufhin folgende informative Animation erstellt, die die Entwicklung der Wildbienen vom Ei bis zum fertigen Insekt zeigt.

Wildbienen greifen übrigens niemals Menschen an und man kann sich ihnen völlig gefahrlos nähern um sie zu beobachten.

 

Folgende Animation "Entwicklung der Wildbienen - vom Ei zur Biene" wurde von Philipp Fontinele erstellt.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 13. Oktober 2009 )
 
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